... Es wird in unserm materiellen, genusssüchtigen Zeitalter den
Freuden des Mahles in sehr grossem Umfange Gesundheit und Wohlbefinden
geopfert. Durch das Zuvielessen wird aber soviel unötige Verdauungs-,
Herz- und Nierenarbeit erfordert, dass dies eine direkte
konstitutionelle Schädigung die Folge ist. Mancher, der sich rühmt
keiner Reizmittel zu bedürfen, nimmt seine Reizmittel aus - den
Zersetzungsstoffen der überschüssigen Nahrung, welche eine Art
Verdauungsfieber bewirken. Da wäre es viel besser, mässig zu essen und
Gläschen oder Tässchen anregender Getränke im Bedarfsfall zu nehmen,
die ohne Schaden vom Körper verarbeitet werden, während die Mehrarbeit
für Luxusmaterial in der Nahrung einer Kraftvergeudung des Organismus
gleichkommt.
Viele der nach allgemein üblichen Regeln diätetisch Beratenen meiden
getreulich verbotene alkoholische und narkotische Getränke; aber sie
futtern sich zum Ersatz Luxusmaterial und mit ihm die Anwartschaft auf
schwere Krankheiten an.
Wir sind keine Puritaner und Spielverderber; wir predigen nur
Masshalten auf allen Gebieten und ziehen es vor, ein- bis zweimal in
der Woche eine Ausnahme von unserer regelmässigen Lebensweise zu machen
und aus dieser Abwechselung neue Anregung für Leib und Seele zu
schöpfen, während der stumpfsinnige Gesellschaftsmensch von heute sowie
der arme Gesellschaftssklave sich fast tagtäglich einen physischen und
moralischen Katzenjammer anisst oder antrinkt.
