Methode nach Crecelius-Seifert
Als eine der ersten Methoden überhaupt entwickelte Wilhelm Crecelius
mit seinem seinem Assistenten Seifert eine laborchemische Methode zur
Bestimmung des Blutzuckers mittels eines Kalorimeters. Basierend auf
der mikroskopischen Messung eines Farbunmschlages bei der
Reduktionsreaktion von Pikrinsäure mit dem zu untersuchenden Blut.
Arbeitsanweisungen zur Blutzuckerbestimmung
I. Entnahme von 0,2 ccm Blut
II. Mischung mit 1,8 ccm destilliertem Wasser
III. Zusatz von 1 ccm 1,2%iger Pikrinsäure
IV. Kräftiges Durchschütteln der Mischung
V. Filtrieren und Mischen des Filtrates mit 20%iger Natronlauge
VI. Kochen 5 Minuten in Wasserbad
VII. Abkühlung der Lösung unter Wasserleitung
VIII. Ergänzung des Verdampfungsverlustes
IX. Kolorimetrische Bestimmung
X. Reinigung des Vierkantröhrchens
Funktionsweise
Das entnommene Blut wird mit Wasser verdünnt und diesem Gemisch
Pikrinsäure zugesetzt. Das dadurch ausgefällte Eiweiß wird abfiltriert
und Filtrat mit Natronlauge versetzt. In dieser alkalischen Lösung wird
die Pikrinsäure durch den Blutzucker in der Hitze zu Pikraminsäure
reduziert, die eine rote Farbe hat. Die Menge der entstandenen
Pikraminsäure wird kalorimetrisch gemessen.
Die abgelesenen Werte geben den Blutzucker direkt in mg% an.
Die Skala der Messwerte reicht von 30 mg% bis 400 mg%. Die Genauigkeit
kann dabei mit heutigen Geräten durchaus konkurrieren, nur für den
Hausgebrauch eigenete sich diese Methode noch nicht.
Das Verfahren wurde gemeinsam mit der Zeiss Ikon AG Goerzwerk Berlin
entwickelt und die Pikrinsäure von der Firma Merck erwies sich als
besonders geeignete Ware.