Prof. em. Dr. med. habil. Hans Haller
(* 17. Dezember 1920 in Bautzen)
Hans Haller legte 1939 am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden das Abitur ab. 1939 nahm er ein Studium der Medizin an den Universitäten Halle und Innsbruck auf, das er 1945 erfolgreich beendete. Im gleichen Jahr wurde ihm die ärztliche Approbation erteilt. Anschließend war er bis 1948 als Pflichtassistent am Infektionskrankenhaus Dresden-Trachau, am Kreiskrankenhaus Ebersbach und an der Chirurgischen Klinik des Stadtkrankenhauses Dresden-Friedrichstadt tätig. Bereits 1945 war Haller unter Vorlage der Dissertation „Der Krebs in Tirol und Vorarlberg" an der Universitäl Innsbruck promoviert worden.
1948 nahm er seine berufliche Tätigkeil als Assistenzarzt an der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt auf und erlangte 1952 die Facharztanerkennung für Innere Krankheiten. 1952 wurde Haller zum Oberarzt an der Medizinischen Klinik sowie zum Leiter der Diabetikerberatungsstelle und der Sloffwechselstation ernannt. Bis 1958 übte er zusätzlich eine Lehrtätigkeit an der Fachschule für medizinisches Personal Dresden aus.
1958 wechselte Haller an die Medizinische Akademie „Carl Gustav Carus" Dresden, wo er als Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin tätig war und Lehraufträge auf dem Gebiet der Inneren Medizin und Pathologischen Physiologie wahrnahm. Mit dem Thema „Methodische und klinische Untersuchungen zur Papierchromatographie der Harnzucker" habilitierte sich Haller 1961 an der Medizinischen Akademie Dresden.
Am 01.05.1961 wurde er als Dozent für Innere Medizin, am 01.02.1966 als Professor mit Lehrauftrag für Innere Medizin und am 01.09.1969 als o. Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Akademie Dresden berufen. Mit dem Ruf auf den Lehrstuhl übernahm Haller gleich auch das Direktorat der Medizinischen Klinik der Medizinischen Akademie Dresden, das er zunächst bis 1975 führte.
Im selben Jahr - 1975 - wurde er zum Prorektor für Naturwissenschaften und medizinische Forschung der Medizinischen Akademie Dresden gewählt und übte dieses Amt bis 1981 aus. Bereits 1979 wurde er erneut zum Direktor der Medizinischen Klinik und Leiter der Abteilung für Endokrinopathien und Stoffwechselkrankheiten ernannt.
1986 wurde Hans Haller mit Erreichen des Rentenalters ehrenvoll emeritiert, war aber auch weiterhin in wissenschaftlichen Gremien tätig bevor er 1991 aus der Medizinischen Akademie ausschied.
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte
Diabetes mellitus, Konzeption des "Metabolischen Syndroms" 1973;
Einführung und Mitentwicklung der Sulfonylharnstoffe in der DDR 1955
Publikationen
Perorale Diabetes therapie. Leipzig 1959;
Orale Diabetestherapie. Leipzig 1966;
Therapy and Rehabilitation in Metabolic Disorders. Padua-London 1985;
Weitere Publikationen
Mitarbeit u.a. in Gremien und Gesellschaften
1971-1986 Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten der DDR;
1973-1982 Mitglied des Redaktionskollegiums „Deutsche Zeitschrift für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten";
1976 Mitglied der Internationalen Diabetesfederation (IDF);
1980-1986 Koordinator der Forschungsrichtung „Fettstoffwechsel" der DDR;
1984-1989 Vorsitzender der Fachkommission für Innere Medizin im Bezirk Dresden;