Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze

(* 20. November 1942 in Davos/Schweiz)


Neben seinen Verdiensten in der Stoffwechselforschung ist besonders die Darstellung der "Sächsischen Leitlinien" zur Behandlung des Diabetes mellitus, der Fettstoffwechselstörungen und des Metabolischen Syndroms hervorzuheben. Diese Leitlinien haben die Diskussion über strukturierte Behandlungskorridore in Deutschland (DMP) ganz wesentlich vorangebracht. Sie sind die ersten und viel beachteten praxisrelevanten Leitlinien ihrer Art und haben einen hohen Stellenwert in der Qualitätssicherung der Diabetikerversorgung.

Lebenslauf

Jan Schulze legte 1961 in Dresden das Abitur ab. Von 1962 bis 68 studierte er Medizin an der Humboldt-Uni Berlin und an der Medizinischen Akademie Dresden. Nach dem Staatsexamen 1968 und der Erteilung der ärztlichen Approbation in Dresden im gleichen Jahr begann er seine Tätigkeit an der Klinik für Innere Medizin der Medizinischen Akademie.
Mit der Dissertation zum Thema "Zum Auftreten von Asbestkörperchen im Routinesektionsmaterial" wurde Schulze 1969 an der Medizinischen Akademie Dresden promoviert. 1973 erlangte er die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin und 1976 die Anerkennung als Subspezialist für Diabetologie.
1979 wurde Dr. Schulze zum Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin der Medizinschen Akademie ernannt und erhielt 1982 die Lehrbefähigung (Facultas docendi).
1985 habilitierte sich Schulze mit der wissenschaftlichen Arbeit "Stoffwechselkinetische Charaketerisierung von Hypertriglyzeridämien unter Basistherapie und medikamentösen Therapievarianten". 1989 wurde er zum a.o.
Dozenten ernannt. 1991 bis 1994 übernahm Schulze die Funktion des stellv. Ärztlichen Direktor an der Medizinischen Fakultät Dresden. 1992 war er zum a.o. Professor für Innere Medizin am Uniklinikum der TU Dresden (Medak).
Als Leiter des Bereiches Endokrinopathien und Klinische Stoffwechselkrankheiten der Medizinischen Fakultät der TU Dresden erhielt er 1993 die Teilgebietsanerkennung für Endokrinologie. 1994 wurde Jan Schulze zum Professor (C3) für Endokrinologie und Klinische Stoffwechselkrankheiten an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und zugleich zum Leiter des Bereiches für Endokrinologie/Stoffwechsel an der Medizinischen Klinik III am Uniklinikum Dresden ernannt. Seit 1999 übt er zudem die Funktion des stellv. Direktors der Abteilung für Innere Medizin am Universitätsklinikum der TU Dresden aus. Darüber hinaus wurde Jan Schulze 1999 zum Präsidenten der Sächsischen Landesärztekammer gewählt.

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Diabetes mellitus, inbes. Regulation des Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel;
Molekulargenetik des Typ 2 Diabetes
Prävention des Diabetes mellitus Typ 2

Publikationen

Ärztliche Leitlinien Diabetes mellitus in Sachsen 1998;
Genetic variation in the CAPN 10 gene is associated with type 2 diabetes 2000;
Buch "Sulfonylharnstoffe - Eine Säule im Behandlungskonzept des Typ 2 Diabetes mellitus" 2000;
Weitere Publikationen

Aktive Mitarbeit in Gremien und Gesellschaften

seit 1990 Gründungs- und Vorstandsmitglied der Sächsischen Landesärztekammer;
seit 1999 Präsident der Sächsischen Landesärztekammer;
1999-2000 Mitglied des Ausschusses Diabetologe der DDG
2003 Gründungsmitglied der AG Prävention in der Deutschen Diabetes Gesellschaft


Portrait Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze
Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze

Professoren am Uniklinikum
Professoren am Uniklinikum